90.000 Rentnerinnen und Rentner in Schleswig-Holstein leben in Armut

Der Landesvorsitzende des Sozialverbandes Schleswig-Holstein, Alfred Bornhalm, warnt vor dem Eindruck, Altersarmut in Schleswig-Holstein sei im Vergleich zu anderen Bundesländern kein großes Problem. Nach Lektüre des KN-Berichts „Altersarmut: Risiko etwas geringer“ könne dieses Bild leicht entstehen.

Festzustellen bleibt vielmehr: 90.000 Menschen über 65 Jahre in Schleswig- Holstein – das sind 13 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe – leben in wirtschaftlich prekären Verhältnissen. Dieser Umstand – der erschreckend hohe Anteil an der Wohnbevölkerung – „zwingt zum Gegensteuern ohne Zeitverzug“, so Bornhalm. Wenn jede achte Rentnerin oder jeder achte Rentner kaum am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann, wirft das einen großen Schatten auf unseren Sozialstaat in einem der reichsten Länder der Welt.

Außerdem darf der im Artikel vorgenommene Ländervergleich nicht zu einem Trugschluss führen. „In den nächsten Jahren, werden in viel größerem Umfang als bisher ältere Menschen, die gegenwärtig im Niedriglohnbereich tätig oder prekär beschäftigt sind, aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Viele von ihnen rutschen damit nahtlos in die Altersarmut.“ Alfred Bornhalm bringt es auf den Punkt: „Nicht Entspannung ist angesagt, sondern vielmehr politisches Handeln!“

Pressemitteilung Landesverband Schleswig-Holstein

Oktober 3, 2020

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