Die Landeshauptstadt Kiel legt Sozialbericht 2019 vor

Die Landeshauptstadt Kiel legt zum zehnten Mal einen Sozialbericht vor. „Daten für Taten – nach dieser Maxime sollen die zusammengetragenen Informationen eine Argumentationshilfe bieten und Grundlage für politische Entscheidungen sein. Darüber hinaus dient der Bericht der Verwaltung als fachübergreifender Planungs- und Orientierungsrahmen für die Entwicklung der Stadt, die sich an den Grundgedanken des Städtebauförderungsprogramms ‚Soziale Stadt‘ orientiert. Ein besonderes Anliegen der Kieler Sozialberichterstattung ist es, räumliche Polarisierungen transparent zu machen, um so langfristig sozialen Ungleichheiten zu begegnen.“

Dieser Pressetext der Stadt lässt hoffen. Werden tatsächlich wirksame Taten folgen? Die im Bericht veröffentlichten Zahlen sind allerdings ernüchternd und stimmen eher nachdenklich. Zu viele Menschen in unserer Stadt sind auf öffentliche Leistungen zur Existenzsicherung angewiesen! Im Resümee müssen leider vier Feststellungen getroffen werden:

  • Fast jedes dritte Kind ist von Armut betroffen.
  • Etwa 2.150 akute Wohnungsnotfälle mussten im Jahresdurchschnitt registriert werden.
  • Insgesamt erhielten über 40.000 Menschen in Kiel Regelleistungen der Grundsicherung.
  • Die Altersarmut der über 65-jährigen Kieler*innen wächst.

Der Sozialbericht der Landeshauptstadt Kiel ist unter https://kiel.de/de/gesundheit_soziales/sozialplanung_berichte_konferenzen/_dokumente_sozialbericht/Sozialbericht__2019.pdf  einsehbar.

 

Das Thema Armut und Ungleichheit wird auch in der jüngsten SoVD-Mitgliederzeitung unter der Überschrift „Soziale Ungleichheit wächst“ aufgegriffen. „Das Unterstützungsnetz durch staatliche, kommunale oder kirchliche Träger ist dichter als in vielen vergleichbaren Wohlstandsländern. Die Wirtschaft floriert, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, im Juli betrug sie 5,0 Prozent. Die Energie- und Lebensmittelpreise sind immer noch relativ günstig. Doch Armut und soziale Kälte sind auch bei uns zu Hause.“ Der ganze Text kann unter http://www.sovd-zeitung.de/fileadmin/sovd-zeitungen/bundesverband/sovd_2019_09_gesamt.pdf eingesehen  werden.

 

 

 

September 10, 2019

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