Sozialverband berät am Dreiecksplatz

Kieler Beratungszentrum ist in die Preußerstraße umgezogen – Hoher Hilfe-Bedarf in der Pandemie

Quellenangabe: Kieler Nachrichten vom 09.04.2021, Seite 26, Jördis Früchtenicht; Foto: Ulf Dahl

Die Plexiglasscheiben am Empfang und auf den Schreibtischen sind bereits aufgestellt: Das Sozialberatungszentrum Kiel des Sozialverbands (SoVD) ist ebenso wie die Kreisgeschäftsstelle von der Muhlius- in die Preußerstraße gezogen. In unmittelbarer Nähe zum Dreiecksplatz werden die Mitglieder des Sozialverbandes nun in sozialrechtlichen Fragen beraten, etwa zu Themen wie Arbeitslosengeld, Rente, Pflege oder Behinderung.

Allerdings braucht es dabei selten die Plexiglasscheibe als Trennung zwischen den Ratsuchenden und den Beratenden, denn aufgrund der Pandemie werden Fragen nur in Ausnahmefällen in Präsenz geklärt. Daher waren funktionierende Technik und Telefone noch wichtiger als das Mobiliar. „Beim Umzug hatte ich den größten Respekt vor der Technik, aber das hat alles reibungslos geklappt“, sagt Alfred Bornhalm, Kieler Kreis- und zudem Landesvorsitzender des SoVD.

Und das ist gut so, denn Bornhalm betont auch: „Der Beratungsbedarf ist in der Pandemie gestiegen.“ Pro Woche kümmern sich Christiane Wolf, die Leiterin der Beratungsstelle, und Sozialberater Christian Schmid jeweils um rund 40 Fälle. „Im Moment ist in erster Linie das Telefon unser Medium“, so Wolf. Doch auch per Post und E-Mail werde Kontakt zu den ratsuchenden Mitgliedern gehalten. Die Pandemie treibt beim Sozialverband die Digitalisierung voran. „Der Schub geht in die richtige Richtung, durch die Digitalisierung können wir die nächste Generation der Mitglieder erreichen“, sagt Landesgeschäftsführer Sönke Lintzen.

Dass viele Mitglieder sich beim SoVD in der Pandemie Unterstützung holen, macht auch die Verdoppelung folgender Summe deutlich: Nach Angaben des Verbands wurden im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein 14 Millionen Euro an einmaligen oder laufenden Leistungen mit Hilfe des SoVD erstritten – im Jahr zuvor waren es sieben Millionen Euro. Bei den Leistungen kann es sich zum Beispiel um Zuzahlungen der Krankenkassen oder auch eine Erwerbsminderungsrente handeln. Der Sozialverband hilft etwa bei der Antragsstellung oder auch beim Einlegen von Widersprüchen bei den verschiedenen Leistungsträgern. „Diese Summe ist ein deutliches Zeichen, dass Fehler hier keine Einzelfälle sind“, so Bornhalm. Entsprechend wichtig sei daher auch die politische Interessenvertretung durch den SoVD.

Doch die wird es künftig nicht mehr von der Muhliusstraße aus geben. Denn während die Kreisgeschäftsstelle bereits in der Preußerstraße angesiedelt ist, wird die Geschäftsstelle des Landesverbandes voraussichtlich Ende Mai nach Wellsee ziehen.

April 9, 2021

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